Ich habe mich in der letzten Zeit viel mit alten Filmen beschäftigt – und das auch aus gutem Grund: Meiner Meinung nach gab es damals viele gute Horrorfilme. Zum einen waren es interessant-böse Charaktere und eben eine gruselig gute Story. Heutzutage finde ich es schwierig, denn mir fallen nicht viele Innovationen aus den Nullern ein. Deshalb bin ich immer etwas voreingenommen, wenn ich mir moderne Horrorfilme anschaue. Ausgenommen natürlich Filme von George Romero – bei dem Dinosaurier des Zombiefilms weiß man, was man zu erwarten hat.
Nun ja, vielleicht hat es mich um so mehr gewundert, dass Eden Lake so gut war. Dabei handelt es sich um einen britischen Backwood-Psycho-Thriler aus dem Jahr 2008. Die Story ist schnell erzählt, aber sehr wirkungsvoll: Ein verliebtes Paar verbringt sein Wochenende an einem geheimen See, dem Eden Lake. Die Abgelegenheit des Sees zieht auch eine Gruppe pöbelnder Jugendlicher an. Diese setzt alles daran „aufzumucken“ und dem Paar auf die Nerven zu gehen. Die Gruppe, gesteuert vom Gruppenzwang und von ihrem halbstarken Anführer, setzt alles daran, das eingeschüchterte Paar bis aufs Derbste zu quälen, psychisch wie auch physisch. Das Ganze endet – ihr könnt es euch vorstellen – NICHT mit einem Happyend.
Das Böse, das nicht wie damals als maskierter Massenmörder dargestellt wird, sondern als eine Gruppe Jugendlicher, ist bis dato neu. Es wird deutlich, wie sich ein Genre, zeitlich gesehen, gekonnt verändert und es schafft, ein bis ans Ende andauerndes Spannungsgefühl zu erzeugen.